Der Arzt und Physiker Thomas Seebeck und seine Entdeckung Angenommen wir brauchen unser Handy oder iPod eines Tages nicht mehr an die Ladestationen und Ladegeräte klemmen, sondern die Dinger würden sich wie von selbst aufladen. Eigentlich geht das heute schon. Allerdings ist die Ladezeit mit 100 Stunden noch ein bisschen arg zu lang, aber immerhin möglich. Und das zum Einen, weil unser Körper stets warm ist - oder zumindest sein sollte - und zum anderen weil Thomas Seebeck eines Tages im Jahr 1821 eine grandiose Schlussfolgerung aus seinen Beobachtungen zog:
In einem länglichen Stück Eisen, welches am einen Ende warm und am anderen Ende kalt ist, elektrischer Strom fließt. Der seit dem der Wissenschaft bekannte Seebeck-Effekt wird heutzutage ausgenutzt und Thermogeneratoren verwandeln aufgenommene Wärme im Zusammenspiel mit kühleren Außentemperaturen (Seebeck-Effekt) in elektrischen Strom.
Was lässt sich mit dem Seebeck-Effekt anstellen?Leider ist die Nutzung eines solchen Effektes nur möglich, wenn die Temperaturunterschiede zwischen Warm und Kalt groß genug sind. Für kleinere Elektromotoren müssen dafür schon Temperaturunterschiede zwischen den beiden Halbleitern von 30, 40 oder mehr Grad Celsius gegeben sein.
Lösen lässt sich dieses Problem nur auf elektronischen Weg. Dazu haben sich die Forscherinnen und Forscher um den Projektleiter Peter Spies vom Nürnberger Fraunhofer Institut etwas einfallen lassen müssen. Sie haben Energiewandler verbessert und die Oberflächenarchitektur der Bauteile gänzlich neu zusammengestellt. Diese Wandlerelemente bestehen zum großen Teil aus Kondensatoren, die herrschende Temperaturwechsel und somit höhere Unterschiede zwischenspeichern können. Schon jetzt im Anfangsstadium der Technologie meldet Boeing beispielsweise Interesse an. Denn es würde sich für das traditionelle Fliegerunternehmen lohnen, wenn künftig Passagiere die elektrische Energie, die ihre Sitze benötigen (Leselichter und elektrisch verstellbare Sitze), während eines Fluges selbst durch in die Sitze eingelassene Thermogeneratoren erzeugen. Was nachträglich auch bedeuten muss, dass bei gesunden Menschen an Bord, die thermoeigene Energieeumwandlung erhöht (frei nach der Bauernregel: "Wenn das Arschl brummt, ist Herzl gesund").
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